Symphoenix

Neues Orchester in der Vulkaneifel


Symphoenix, unter Leitung von Lisa Henn, spielte  zum Ausklang des Kultursommers Rheinland-Pfalz in der Erlöserkirche in Gerolstein. Vorab hatte der Trierische Volksfreund (TV) Gelegenheit, in einer Probepause den Fagottisten von Symphoenix,  Till Habel-Thomé, zu einem Interview zu treffen. 

TV: „Zum Konzept des Orchesters Symphoenix gehört, dass erfahrene Musiker mit professionellen Nachwuchstalenten zusammenarbeiten. Ist das wieder die Geschichte von den besser wissenden Profis, die die Jugend belehren wollen?“

Till Habel-Thomé:

"Die musikalische Arbeit konzentriert sich auf die Impulse der Dirigentin Lisa Henn und spricht alle gleichermaßen herausfordernd an. Eher scheint es mir wichtig, dass erfolgreich übende und musizierende Jugendliche merken, dass Menschen allen Alters aus den unterschiedlichsten Berufen über Jahrzehnte Musik mit großer innerer Freude machen.“

                                             

TV: „Das Orchester in der jetzt auftretenden Formation hat erst knapp zwei Jahre Bestand, aber bereits einen hohen Bekanntheitsgrad als Klangkörper in der Eifel. Wie erklären Sie sich den Erfolg?“


Till Habel-Thomé: „Das liegt in erster Linie an der projektbezogenen und sehr zielgerichteten Arbeit von Lisa Henn mit kurzen, aber deutlich strukturierten Probeeinheiten. Während   meiner eigenen Tätigkeit  als Pädagoge* erlebte  ich, dass junge Menschen gerne kurzfristig zielorientiert arbeiten und Orchesteraufgaben wahrnehmen möchten. Langfristig angelegte Proben können leicht zu nachlassendem Interesse bis hin zum Aufhören führen. Sie dann zurückzugewinnen, ist meist schwierig.“


TV: „Gilt also bei Symphoenix der alte pädagogische Grundsatz, Kinder und Jugendliche dort abzuholen, wo sie stehen?“


Till Habel-Thomé: „Ein klares: Ja. Hinzu kommt im Falle unseres Orchesters der glückliche Umstand, dass die Dirigentin aufgrund ihrer langjährigen, erfolgreichen musikpädagogischen Tätigkeit auf einen großartigen Fundus auch an ehemaligen Schülern zurückgreifen kann. Diese reisen zum Teil zur Mitwirkung an Konzerten aus ihren Familien und Berufswelten von weither an. Also zahlt sich auch im 21. Jahrhundert gute Musikpädagogik aus.“


TV: „Überfordert das intellektuell recht anspruchsvolle Programm zum Thema ‚Heimaten’ nicht die teilweise sehr jungen Musiker?“


Till Habel-Thomé: „Das glaube ich nicht. Über ‚Heimat’ macht sich jeder seine Gedanken. Wir achten darauf, dass die Orchesterstunden als freudig erlebbare Momente in der Musik bleiben.“


TV: „Bietet Symphoenix für die Musiker Perspektiven über die lokale Konzerttätigkeit hinaus?“


Till Habel-Thomé: „ Einige sind auch Mitglieder des Jugendorchesters Eifel-Ardennen. In unserem Orchester sind Preisträger des Wettbewerbs ‚Jugend musiziert’ sowie der Richard-Wagner-Preisträger Alexander Kaul an der Oboe.“


(Das Interview führte Bettina Bettscheider, in : TV Trier, vom 5.11.2019)